„Eilverfahren geschaltet – Abriss nicht mehr in diesem Monat“, Westfälische Rundschau, 08.02.2008

Dehne: Tauziehen um Abbruch von Haus Nummer 20 an der Massener Straße

Eilverfahren geschaltet – Abriss nicht mehr in diesem Monat

08.02.2008, Jens Schopp
Unna. Mit dem zum Monatsende angekündigten Abriss von Haus Nummer 20 in der Massener Straße wird’s wohl nichts werden. Denn: Die Abrissgegner haben das Eilverfahren beim Verwaltungsgericht geschaltet.

Zur Erinnerung: Auf dem von Projektentwicklerin Dr. Ulrike Hesse erworbenen Dehne-Komplex soll ein Elektro-Fachmarkt und Seniorenwohnungen entstehen. In diesem Zusammenhang muss auch Haus Nummer 20 samt historischer Fassade fallen. Dagegen stemmt sich die „Kulturinitiative Massener Straße”. Ein Bürgerbegehren soll den Abriss verhindern. Der Rat erklärte das für unzulässig, jetzt wird geklagt.

Der Rat der Stadt Unna hat bis Donnerstag, 21. Februar, Zeit, eine Stellunngnahme zum Eilverfahren (Aktenzeichen: 15 L 159/08) abzugeben, sagt Robert Hotstegs. Er vertritt in der Kanzlei Obst die Abrissgegner, namentlich Peter Möbius, Wolfgang Patzkowsky und Michael Sacher. Bis dahin kann Investorin Hesse nach Aussage des Düsseldorfer Juristen nicht die Bagger anrollen lassen. Denn: „Die Abbruchgenehmigung enthält die Auflage, dass der Abriss des Gebäudes vier Wochen vorher dem Landschaftsverband mitgeteilt werden muss”, weiß Robert Hotstegs. Die zuständige Kammer beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen habe sich beim Landschaftsverband in Münster erkundigt. Es liege noch keine Anzeige von Dr. Ulrike Hesse hinsichtlich des Abbruchs vor, so Rechtsanwalt Hotstegs.

„Wir erhoffen und erwarten, dass die Entscheidung des Verwaltungsgerichts im Eilverfahren positiv ausfällt”, schreiben die Abrissgegner. Der Gesetzgeber untersagt es im Fall von zulässigen Bürgerbegehren vollendete Tatsachen zu schaffen, das wäre in Unna mit dem Abriss von Haus Nummer 20 der Fall, heißt es in der Mitteilung der „Kulturinitiative Massener Straße” weiter.

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