{"id":2902,"date":"2014-12-04T10:50:46","date_gmt":"2014-12-04T09:50:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hotstegs-recht.de\/?p=2902"},"modified":"2016-07-01T16:41:46","modified_gmt":"2016-07-01T14:41:46","slug":"eins-zwei-drei-meins-ihk-magazin-1214-s-24","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hotstegs-recht.de\/?p=2902","title":{"rendered":"Eins, zwei, drei&#8230; meins!, IHK magazin 12|14, S. 24"},"content":{"rendered":"<p>Neu-Unternehmer erz\u00e4hlen, warum ein guter Plan, \u00dcberzeugungskraft und Durchhalteverm\u00f6gen bei der \u00dcbernahme eines Betriebes wichtiger sind als Eigenkapital.<\/p>\n<p>Text: ERIK SCHWEITZER<\/p>\n<p>Es ist der Stoff, aus dem Hollywood einen Film machen w\u00fcrde: Ein Mann verfolgt seinen Traum, trotzig gegen alle Widerst\u00e4nde, bis an den Rand seiner Kr\u00e4fte.<!--more--><\/p>\n<p>Das Scheitern schon vor Augen, kommt es dann in letzter Sekunde doch noch zum Happy End. Das wahre Leben l\u00e4sst diese Geschichte in Monheim am Rhein spielen, Jan Lohrum ist der Hauptdarsteller. Heute sitzt er vergn\u00fcgt an einem der rustikalen Tische im Hotel \u201eZum Vater Rhein\u201c. Seinem Hotel.<\/p>\n<p>Seit einem Jahr geh\u00f6rt ihm nun der Traditionsbetrieb mit seinen 30 Betten, 120 Pl\u00e4tzen im Restaurant drinnen und weiteren 120 drau\u00dfen. Jan Lohrum ist Chef \u00fcber 28 Mitarbeiter. \u201eDas Haus ist heute in ruhigem Fahrwasser\u201c, sagt er und lehnt sich etwas zur\u00fcck. Gerade hat er zum ersten Mal eine Woche Urlaub gemacht.<\/p>\n<p>Daran war lange nicht zu denken: Der Restaurantfachmann Lohrum ist zun\u00e4chst die klassische Karriereleiter hinaufgeklettert \u2013 Ausbildung in Monheim, Feinschliff in der Schweiz, Chef de Rang im D\u00fcsseldorfer Rheinturm, sp\u00e4ter Restaurantleiter. Als er sich nach der n\u00e4chsten Herausforderung umsah, kam die Kunde vom Verkauf des \u201eZum Vater Rhein\u201c gerade recht. \u201eIch wusste, das Haus ist seit Jahren ein Selbstl\u00e4ufer, bekannt f\u00fcr seine gute K\u00fcche. Da muss ich mir kein Stammpublikum aufbauen.\u201c In der Tat: Seit das ehemalige F\u00e4hrhaus, von dem einst die Rheinschiffer ihre Instruktionen \u00fcbermittelt bekamen, vor rund 100 Jahren ein Gasthaus wurde, haben es sieben Generationen der Familie Gethmann immer weiter ausgebaut. Heute zeugt nur noch ein riesiger Scheinwerfer auf dem Dach von der Schifffahrts-Vergangenheit.<\/p>\n<p>Erich und Renate Gethmann wollten ihre Perle am Rhein nun also verkaufen. Und die Interessenten standen Schlange. Da half es auch nicht, dass die beiden sich mit Lohrum, dem Jungen aus dem Dorf, bestens verstanden. Sie kannten die windige Welt der Gastronomie und ihre schillernden Figuren zu gut, um irgendwen zu bevorzugen. \u201eDie Bedingungen waren einfach und klar, dass die Mitarbeiter \u00fcbernommen werden \u2013 und es eine schriftliche Zusage der Bank \u00fcber den Kaufbetrag gibt.\u201c<\/p>\n<p><strong>Durchhalten oder aufgeben?<\/strong><\/p>\n<p>Damit begann f\u00fcr ihn die Odyssee. Mit einem kleinen f\u00fcnfstelligen Betrag an Erspartem in der Hand galt es, einen siebenstelligen Kredit aufzunehmen. Und das, wo viele Banken doch gleich abwinken, sobald es um Gastronomie geht. Beim Stichwort \u201eZum Vater Rhein\u201c h\u00f6rten sie Jan Lohrum immerhin zu. \u201eDoch die Banken wollten immer mehr und mehr Unterlagen haben.\u201c Erst den Businessplan, dann die Bilanzen von den Vorg\u00e4ngern, dann Standortgutachten. Lohrum hatte inzwischen im Rheinturm gek\u00fcndigt, um sich voll auf die \u00dcbernahme zu konzentrieren. Doch die Monate gingen ins Land, das Geld wurde knapp und auch bei den Banken brauchte er einen langen Atem.<\/p>\n<p>Die Wende brachte ein Finanzierungsmakler, auf den er durch die Dehoga gesto\u00dfen war. Der verlangte zwar Provisionen wie ein Immobilienmakler, \u201eaber er hat mir vorgerechnet, warum er das Geld auch wertist\u201c, erinnert sich Lohrum. Der Makler behielt Recht. Aus 60 Seiten Businessplan wurden nun 120. \u201eWir sind noch viel mehr ins Detail gegangen\u201c, sagt Lohrum. Hollywood w\u00fcrde an dieser Stelle \u2013 begleitet von treibender Musik \u2013 eine Sequenz zeigen, wie der neue Coach seinen Sch\u00fctzling auf Trab bringt. Lohrum b\u00fcffelte Bilanzen, feilte an seinen Zahlen. F\u00fcr jeden Monat der n\u00e4chsten Jahre gab es nun eine Umsatzprognose. Sein gesamtes Auftreten wurde \u00fcberzeugender. Inzwischen fuhr er nachts Lkw, um \u00fcber die Runden zu kommen und um tags\u00fcber Zeit f\u00fcr Banken, IHK oder Dehoga zu haben. Und wenn er m\u00fcde ins Bett fiel, blieb er doch oft schlaflos, so hoch war der Druck. \u201eIch habe immer mal wieder ans Aufgeben gedacht, habe mich sogar wieder nach festen Stellen umgesehen\u201c, sagt er. Doch nach anderthalb Jahren platzte endlich der Knoten. \u201ePl\u00f6tzlich hatten sogar zwei Banken Interesse, die sich gegenseitig mit ihren Konditionen unterboten\u201c, sagt Lohrum. \u201eDas Eigenkapital war \u00fcberhaupt nicht mehr wichtig, auf hunderttausend Euro Kredit mehr oder weniger kam es nicht mehr an.\u201c<\/p>\n<p>Sein Gl\u00fcck war, dass die anderen Kaufinteressenten nicht schneller waren. Und seine St\u00e4rke war der lange Atem. \u201eIch kann jedem nur raten: Gib nicht auf! Es lohnt sich, durchzuhalten.\u201c Die zwei Jahre der Bittg\u00e4nge und Verhandlungen haben ihn viel gelehrt, sagt er. \u201eJetzt kann ich mit den ganzen Zahlen umgehen, sogar eine Bilanz lesen.\u201c Und er hat den Kampf um die Existenz schon hinter sich. Vielen Unternehmensgr\u00fcndern steht er nach dem Start erst noch bevor.<\/p>\n<p><strong>In 60 Quadratmetern auf eigenen F\u00fc\u00dfen<\/strong><\/p>\n<p>Doch es kann auch schnell und schmerzlos gehen \u2013 zum Beispiel, wenn den Geldgebern die Branche attraktiv erscheint. Beate Schultheis hatte dieses Gl\u00fcck, als sie Monheims einziges Sanit\u00e4tshaus \u00fcbernehmen wollte. Wenn die 49-j\u00e4hrige gelernte B\u00fcrokauffrau von ihrem Weg in die Selbst\u00e4ndigkeit erz\u00e4hlt, klingt das Unterfangen gleich leichter. \u201eJeder, der die M\u00f6glichkeit dazu sieht, sollte das unbedingt machen\u201c, r\u00e4t sie. \u201eDiese Chance bekommt man vielleicht nur einmal im Leben.\u201c In Ihrem Fall hie\u00df die Chance Buchbender, das Sanit\u00e4tshaus im Zentrum des St\u00e4dtchens, 60 Quadratmeter klein \u2013 inklusive Teek\u00fcche \u2013 und bis unter die Decke vollgestellt mit St\u00fctzstr\u00fcmpfen, Rollatoren und Badewannenst\u00fchlen. Schultheis kannte das Gesch\u00e4ft bereits, sie hatte die vergangenen Jahre, nachdem die meisten ihrer sieben Kinder vollj\u00e4hrig waren, schon f\u00fcr Sanit\u00e4tsh\u00e4user gearbeitet, am Schreibtisch und f\u00fcr Kunden. \u201eWenn man dann von au\u00dfen in so eine Firma kommt, sieht man immer, was alles falsch l\u00e4uft und w\u00fcrde es am liebsten besser machen.\u201c Als sie durch eine Bekannte von Elke Buchbenders Verkaufsabsichten h\u00f6rte, suchte sie den Kontakt. Die beiden Frauen waren sich schnell handelseinig. \u201eIch habe direkt die erste Forderung akzeptiert, auch wenn mir klar war, dass sie eigentlich etwas zu hoch ist. Aber ich wusste auch, dass es<br \/>\nnoch mehr Interessenten gibt.\u201c<\/p>\n<p>Zupacken statt zaudern \u2013 das ist Beate Schultheis, auf jeden Fall ist sie keine Bedenkentr\u00e4gerin. Diese Rolle \u00fcbernahm erst einmal die KfW-Bank, von der sie sich die Gr\u00fcndungsfinanzierung erhoffte. \u201eDrei Stunden war ich dort, die haben wirklich nach allem gefragt, nach den pers\u00f6nlichen Voraussetzungen, nach den Pl\u00e4nen mit dem Gesch\u00e4ft.\u201c Eigentlich wollte sie das etablierte Unternehmen doch einfach so weiter f\u00fchren, wie gehabt. \u201eAber das wollten die nicht h\u00f6ren\u201c, sagt sie. Also gab sie ihrem Konzept noch einen frischeren Anstrich, ein neues Logo sollte her, eine zeitgem\u00e4\u00dfe Webseite, der Laden wurde mit Hilfe der Familie entr\u00fcmpelt und renoviert. Auch die 50.000 Euro Eigenkapital steuerte die Verwandtschaft bei \u2013 damit war die geforderte Quote von 20 Prozent erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Eine b\u00f6se \u00dcberraschung gab es nur beim genauen Blick auf die Ladenausstattung. Die Computer waren hoffnungslos veraltet, neue Spezialsoftware musste her. \u201eAlles in allem waren das bestimmt nochmal 50.000 Euro.\u201c Damit war klar: Beim Kaufpreis h\u00e4tte sie vielleicht doch verhandeln sollen. B\u00f6se ist sie trotzdem niemandem. Die Vorbesitzer schauen noch regelm\u00e4\u00dfig rein, loben die Entwicklung des Ladens. Den drei Mitarbeiterinnen, die sie \u00fcbernommen hatte, k\u00fcndigte sie zun\u00e4chst und stellte sie direkt wieder ein. \u201eEin Tipp von meinem Anwalt. So gibt es wieder eine Probezeit.\u201c Noch sind alle dabei \u2013 und das Gesch\u00e4ft l\u00e4uft gut. Obwohl nur wenige Wochen nach ihrer \u00dcbernahme ein weiteres Sanit\u00e4tshaus in der Stadt er\u00f6ffnet hat. Beate Schultheis beunruhigt das nicht. Sie hat die Erfahrung, die Stammkundschaft \u2013 und einen der seltenen Venologen direkt um die Ecke.<\/p>\n<p><strong>Nische in Oberkassel gefunden<\/strong><\/p>\n<p>Von seinem perfekten Standort profitiert auch der Unterhaltungselektronik-Spezialist Jokesch. Im feinen Oberkassel hat er eine Nische gefunden, wie es sie so vielleicht nur in kaufkraftstarken Lagen wie in D\u00fcsseldorf gibt. Zehn Mitarbeiter statten Wohnungen mit der neuesten Unterhaltungs- und Telekommunikationstechnik aus, entwerfen intelligente, vernetzte H\u00e4user und schlagen die Br\u00fccke von Sound zu Design. Unsichtbare Lautsprecher, fernbedienbare TV-Schr\u00e4nke, klingender Garten \u2013 nach Bedarf arbeitet Jokesch mit Schreinern, Programmierern oder Architekten zusammen und macht praktisch alles m\u00f6glich \u2013 ein gewisses Budget vorausgesetzt. \u201eBei uns ticken die Uhren noch etwas anders\u201c, sagt Edmund Witzmann, der Jokesch 1977 als Rundfunk- und Fernsehgesch\u00e4ft mit gegr\u00fcndet hatte. Einer im Team ist seit 22 Jahren Sebastian Boss. Mit 16 hatte er als Aushilfe angefangen. Dieser Tage wird er nun offiziell Eigent\u00fcmer und l\u00f6st damit Edmund Witzmann ab. \u201eDie \u00dcbernahme war schon l\u00e4nger ein Thema\u201c, erinnert sich Witzmann, \u201enach 22 gemeinsamen Jahren sieht man einfach: Der kann das.\u201c Angebote von au\u00dfen gab es zwar auch. \u201eAber das war nie ein Thema f\u00fcr mich.\u201c<\/p>\n<p>Schon vor rund f\u00fcnf Jahren bereitete sich also Sebastian Boss, damals schon die linke Hand des Chefs, auf seine neue Rolle vor, besuchte unter anderem eine F\u00fchrungskr\u00e4fteakademie. Als es dann vor etwa zwei Jahren konkret werden sollte, waren die beiden vom Aufwand des Verfahrens dann doch \u00fcberrascht. Die Herausforderung war, ein \u00fcber die Jahre gewachsenes Unternehmen so zu durchleuchten, dass es auch f\u00fcr die Hausbank, die KfW-Bank, die NRW-Bank, Notare und Anw\u00e4lte begreifbar wurde. Mit einem Unternehmensberater wurde ein Drei-Jahres-Plan entwickelt, auf dessen Basis die Eigenkapitalquote ermittelt. Boss: \u201eIHK und KfW waren erstaunlich tief in den Zahlen drin. Das hat mir imponiert.\u201c Doch mancher Bankberater wollte den Erfolg von Jokesch zun\u00e4chst nicht recht glauben. \u201eGegen Mediamarkt haben sie doch keine Chance\u201c \u2013 dieses allgemeine Vorurteil mussten sich die Firmenchefs mehrfach anh\u00f6ren. \u201eWir sind gut aufgestellt und die Prognose ist g\u00fcnstig\u201c, sagt Witzmann. Nur die \u00dcberzeugung dauerte etwas. Ebenso die Vertragsgestaltung. Sie brauchte zwei Anl\u00e4ufe. Beim ersten waren Haftungsrisiken des Vorg\u00e4ngers f\u00fcr die Zukunft nicht sicher ausgeschlossen. \u201eMir w\u00e4re ein einfacher Handschlag auch recht gewesen. Aber die m\u00f6glichen Risiken wollte ich dann doch nicht bis ans Lebensende tragen\u201c, sagt Witzmann. Letztlich hat sich auch in diesem Fall der weite Weg gelohnt, meinen beide. \u201eWichtig ist, dass man sich Leute sucht, die an einen glauben\u201c, sagt Boss r\u00fcckblickend. \u201eUnd dass man die viele Hilfe, die es von au\u00dfen gibt, auch annimmt.\u201c So ganz nebenbei hat ihm die Verz\u00f6gerung wohl auch noch die denkbar niedrigsten Zinsen beschert.<\/p>\n<p><strong>Wenn die Chemie einfach stimmt<\/strong><\/p>\n<p>Im Vorteil ist nat\u00fcrlich, wer die Banken von vornherein nicht braucht. Bei Unternehmens\u00fcbernahmen ist das nur selten der Fall und h\u00f6chstens dort m\u00f6glich, wo der Unternehmenserfolg eng mit der Unternehmerfigur verbunden ist, wo Vertrauen ein Teil des Gesch\u00e4fts ist. Robert Hotstegs hat das erlebt. Der Fachanwalt f\u00fcr Verwaltungsrecht stieg in seiner heutigen Kanzlei vor 13 Jahren als Praktikant ein. Schon der erste Kontakt lie\u00df erahnen, dass sich hier Menschen mit \u00e4hnlichem Rhythmus finden w\u00fcrden. Der damalige Kanzleiinhaber Henning Obst lie\u00df auf Hotstegs Bewerbung hin n\u00e4mlich bei den Eltern des jungen Studenten ausrichten, dieser k\u00f6nne ihn noch bis um Mitternacht zur\u00fcckrufen. \u201eAls ich abends um zehn nach Hause kam, hatte ich dann doch Skrupel\u201c, erz\u00e4hlt Hotstegs. Eine Stunde lang rang er mit sich, dann griff er zum H\u00f6rer. Obst hatte es doch so gewollt. Was folgte, war ein ungew\u00f6hnliches, n\u00e4chtliches Bewerbungsgespr\u00e4ch. \u201eDa stimmte einfach die Chemie.\u201c Hotstegs arbeitete fortan f\u00fcr Obst. Und noch ehe er 2008 seine Zulassung zum Anwalt erhielt, schmiedete er mit dem Senior-Chef bereits gro\u00dfe Pl\u00e4ne. Denn der wollte privat gern noch neue Wege gehen und sein Lebenswerk rechtzeitig \u00fcbergeben. Die Kanzlei hatte sich seit der Gr\u00fcndung 1985 auf Beamtenrecht spezialisiert, nach der Wiedervereinigung brummte das Gesch\u00e4ft mit dem DDR-Recht, bis zu zw\u00f6lf Anw\u00e4lte waren angestellt. Und auch auf Normalma\u00df geschrumpft, war die Kanzlei stets eintr\u00e4glich. Nun lassen sich Mandate zwar nicht verkaufen, doch das gro\u00dfe Vertrauen, das Obst sich bei Richtern und Mandanten erarbeitet hatte, war schon Gold wert. Zwar gibt es Empfehlungen zur Kanzleibewertung. Renomm\u00e9e mal Spezialisierung plus Lage \u2013 so in der Art. \u201eWir hatten aber immer das Gef\u00fchl, das passt nicht ganz auf uns.\u201c Also haben die beiden das Modell angepasst, vereinbarten schriftlich eine vierj\u00e4hrige \u00dcbergangszeit, in der sie gemeinsam als Partner die Kanzlei f\u00fchren wollten. Auch mit ihren Namen. Aus Hotstegs Anteil am Erfolg jener Jahre floss sodann die Abl\u00f6se an Obst. \u201eZum Gl\u00fcck lief es in der Zeit so gut, dass ich alles dank der steigenden Ums\u00e4tze stemmen konnte\u201c, sagt Hotstegs heute.<\/p>\n<p>Die restliche \u00dcbernahme war 2013 schlie\u00dflich nur noch Formsache. Um f\u00fcr die Zukunft flexibler aufgestellt zu sein, entschied sich Hotstegs f\u00fcr eine GmbH als Rechtsform \u2013 unter Anw\u00e4lten noch eher un\u00fcblich \u2013 und wurde damit auch IHK-Mitglied. \u00dcber Nacht die Verantwortung f\u00fcr f\u00fcnf Mitarbeiter zu \u00fcbernehmen, darunter zwei Anw\u00e4lte, machte ihn dann doch nerv\u00f6s. \u201eDas waren die aufregendsten Wochen meines Lebens \u2013 nach der Geburt meines Sohnes\u201c, sagt er heute. Doch es lief alles glatt. Entgegen der Unkenrufe mancher Kollegen bedeutete die Umfirmierung zur GmbH kein Vertrauensverlust bei den Mandanten. Und der flie\u00dfende \u00dcbergang vom alten zum neuen Inhaber hatte es erm\u00f6glicht, die weichen Werte des Unternehmens f\u00fcr Robert Hotstegs zu erhalten. Der hatte damit ein gro\u00dfes Ziel erreicht. Und auch Henning Obst, heute 62, konnte sich einen Lebenstraum erf\u00fcllen. Er studiert heute Bildende Kunst.<\/p>\n<p><em>ERIK SCHWEITZER<br \/>\ngeboren 1976, war nach dem Volontariat in Schleswig-Holstein als Redakteur und Texter t\u00e4tig, ein Schwerpunkt ist seitdem die regionale Wirtschaft. Seit 2006 arbeitet er als Redakteur f\u00fcr die Westdeutsche Zeitung.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neu-Unternehmer erz\u00e4hlen, warum ein guter Plan, \u00dcberzeugungskraft und Durchhalteverm\u00f6gen bei der \u00dcbernahme eines Betriebes wichtiger sind als Eigenkapital. 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