{"id":1045,"date":"2011-10-17T13:49:25","date_gmt":"2011-10-17T11:49:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.obst-hotstegs.de\/?p=1045"},"modified":"2024-10-31T12:59:47","modified_gmt":"2024-10-31T11:59:47","slug":"verwaltungsgericht-dusseldorf-beschluss-v-13-12-2010-az-13-12-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hotstegs-recht.de\/?p=1045","title":{"rendered":"Verwaltungsgericht D\u00fcsseldorf, Beschluss v. 13.12.2010, Az. 2 L 1698\/10"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zusammenfassung:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Aus <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/33.html\" title=\"Art. 33 GG\">Art. 33 Abs. 2 GG<\/a> in Verbindung mit <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/19.html\" title=\"Art. 19 GG\">Art. 19 Abs. 4 GG<\/a> ergibt sich die Verpflichtung des Dienstherrn, die wesentlichen Auswahlerw\u00e4gungen vor Abschluss des Verwaltungsverfahrens schriftlich niederzulegen.<br \/>2. Bei im Wesentlichen gleicher Qualifikation der Bewerber ist der Dienstherr zudem grunds\u00e4tzlich darin frei, welchen sachlichen Hilfskriterien er im Rahmen seiner Ermessensaus\u00fcbung das ausschlaggebende Gewicht beimisst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Entscheidung:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Verwaltungsgericht D\u00fcsseldorf hat zum Ende des letzten Jahres in einem Eilverfahren noch einmal wesentliche Grundz\u00fcge des Konkurrentenschutzes im Beamtenrecht zusammengestellt. Hierbei wurde auch noch einmal Selbstverst\u00e4ndliches klargestellt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> So f\u00fchrt die Kammer u.a. aus:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_5\"><\/a><em>&#8222;[&#8230;] Nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/VwGO\/123.html\" title=\"&sect; 123 VwGO [Einstweilige Anordnung]\">\u00a7&nbsp;123 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 VwGO<\/a> kann eine einstweilige Anordnung zur Sicherung eines Rechts des Antragstellers nur getroffen werden, wenn die Gefahr besteht, dass durch eine Ver\u00e4nderung des bestehenden Zustands die Verwirklichung dieses Rechts vereitelt oder wesentlich erschwert werden k\u00f6nnte. Hierbei sind gem\u00e4\u00df <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/VwGO\/123.html\" title=\"&sect; 123 VwGO [Einstweilige Anordnung]\">\u00a7&nbsp;123 Abs.&nbsp;3 VwGO<\/a> in Verbindung mit <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/920.html\" title=\"&sect; 920 ZPO: Arrestgesuch\">\u00a7&nbsp;920 Abs.&nbsp;2 ZPO<\/a> das Bestehen eines zu sichernden Rechts (Anordnungsanspruch) und die besondere Eilbed\u00fcrftigkeit<br \/>(Anordnungsgrund) glaubhaft zu machen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_6\"><\/a><em><strong>F\u00fcr das von dem Antragsteller verfolgte Begehren besteht allerdings ein Anordnungsgrund. Der Antragsgegner hat die Absicht, die in Streit stehende Stelle alsbald mit der Beigeladenen zu besetzen. Durch deren H\u00f6hergruppierung in die Entgeltgruppe 14 TV-L unter Inanspruchnahme der ausgeschriebenen Stelle w\u00fcrde das vom Antragsteller geltend gemachte Recht auf diese Stelle endg\u00fcltig vereitelt, jedenfalls erheblich erschwert.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_7\"><\/a><em>Vgl. zum Antrag eines Beamten auf Freihaltung einer f\u00fcr einen Angestellten vorgesehenen Stelle Oberverwaltungsgericht f\u00fcr das Land Nordrhein-Westfalen (OVG&nbsp;NRW), Beschl\u00fcsse vom 31.&nbsp;Oktober&nbsp;2005 &#8211; <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=1%20B%201450\/05\" title=\"OVG Nordrhein-Westfalen, 31.10.2005 - 1 B 1450\/05: Konkurrieren eines Beamten und eines Angeste...\">1 B 1450\/05<\/a> -, I\u00d6D 2006, 50, und vom 10. Februar 2006 &#8211; <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=6%20B%202145\/05\" title=\"OVG Nordrhein-Westfalen, 10.02.2006 - 6 B 2145\/05\">6 B 2145\/05<\/a> -,<br \/>juris.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_8\"><\/a><em>Der Antragsteller hat aber einen sein Rechtsschutzbegehren rechtfertigenden Anordnungsanspruch nicht glaubhaft gemacht. Die Bef\u00f6rderungsentscheidung des Antragsgegners zu Gunsten der Beigeladenen ist von Rechts wegen formell und materiell nicht zu beanstanden. <strong>Insoweit legt die Kammer im Hinblick auf das Gebot effektiven Rechtsschutzes auch im Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes bei der Pr\u00fcfung des geltend gemachten Bewerbungsverfahrensanspruchs (erforderlichenfalls) denselben Ma\u00dfstab wie im Hauptsacheverfahren an.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_9\"><\/a><em>Vgl. Bundesverfassungsgericht (BVerfG), Beschluss vom 24.&nbsp;September&nbsp;2002 &nbsp;<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=2%20BvR%20857\/02\" title=\"BVerfG, 24.09.2002 - 2 BvR 857\/02: Anforderungen an die Glaubhaftmachung bei einstweiligen Rech...\">2&nbsp;BvR&nbsp;857\/02<\/a>&nbsp;, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=NVwZ%202003,%20200\" title=\"BVerfG, 24.09.2002 - 2 BvR 857\/02: Anforderungen an die Glaubhaftmachung bei einstweiligen Rech...\">NVwZ&nbsp;2003, 200<\/a>; Bundesverwaltungsgericht (BVerwG), Urteil vom 21.&nbsp;August&nbsp;2003<br \/><a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=2%20C%2014.02\" title=\"BVerwG, 21.08.2003 - 2 C 14.02: Bestenauslese; Bewerbungsverfahrensanspruch; materielle Beweisl...\">2&nbsp;C&nbsp;14.02<\/a>&nbsp;, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=NJW%202004,%20870\" title=\"BVerwG, 21.08.2003 - 2 C 14.02: Bestenauslese; Bewerbungsverfahrensanspruch; materielle Beweisl...\">NJW&nbsp;2004, 870<\/a>.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_10\"><\/a><em>Durchgreifende formelle M\u00e4ngel der Bef\u00f6rderungsentscheidung liegen nicht vor.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_11\"><\/a><em>Der Antragsgegner die ma\u00dfgebenden Gr\u00fcnde f\u00fcr seine Auswahlentscheidung in noch ausreichendem Ma\u00dfe im Verwaltungsvorgang dokumentiert. <strong>Aus <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/33.html\" title=\"Art. 33 GG\">Art.&nbsp;33 Abs.&nbsp;2 GG<\/a> in Verbindung mit <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/19.html\" title=\"Art. 19 GG\">Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;4 GG<\/a> ergibt sich die Verpflichtung des Dienstherrn, die wesentlichen Auswahlerw\u00e4gungen vor Abschluss des Verwaltungsverfahrens schriftlich niederzulegen; eine erstmalige Darlegung der Gr\u00fcnde f\u00fcr die Auswahlentscheidung im verwaltungsgerichtlichen Eilverfahren ist unzul\u00e4ssig.<\/strong> Nur durch eine schriftliche Fixierung der wesentlichen Auswahlerw\u00e4gungen &#8211; deren Kenntnis sich der unterlegene Bewerber gegebenenfalls durch Akteneinsicht verschaffen kann &#8211; wird der Mitbewerber in die Lage versetzt, sachgerecht dar\u00fcber zu befinden, ob er die Entscheidung des Dienstherrn hinnehmen soll oder ob Anhaltspunkte f\u00fcr einen Versto\u00df gegen den Anspruch auf faire und chancengleiche Behandlung seiner Bewerbung bestehen und er im gerichtlichen Verfahren Rechtsschutz in Anspruch nehmen will. Dar\u00fcber hinaus er\u00f6ffnet erst die Dokumentation dem Gericht die M\u00f6glichkeit, die angegriffene Entscheidung eigenst\u00e4ndig nachzuvollziehen. Schlie\u00dflich stellt die schriftliche Dokumentation der Auswahlerw\u00e4gungen in den Verwaltungsakten sicher, dassdie Bewertungsgrundlagen der entscheidenden Stelle vollst\u00e4ndig zur Kenntnis gelangt sind.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_12\"><\/a><em>Vgl. Beschluss der ersten Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 9.&nbsp;Juli&nbsp;2007 &nbsp;<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=2%20BvR%20206\/07\" title=\"BVerfG, 09.07.2007 - 2 BvR 206\/07: Anforderungen an das Verwaltungsverfahren bei der Besetzung ...\">2&nbsp;BvR&nbsp;206\/07<\/a>&nbsp;-, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=NVwZ%202007,%201178\" title=\"BVerfG, 09.07.2007 - 2 BvR 206\/07: Anforderungen an das Verwaltungsverfahren bei der Besetzung ...\">NVwZ&nbsp;2007, 1178<\/a>; vgl. auch OVG&nbsp;NRW, Beschl\u00fcsse vom 19.&nbsp;Januar&nbsp;2006 &#8211;&nbsp;<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=1%20B%201587\/05\" title=\"OVG Nordrhein-Westfalen, 19.01.2006 - 1 B 1587\/05\">1&nbsp;B&nbsp;1587\/05<\/a>&nbsp;-, juris, vom 28.&nbsp;Mai&nbsp;2005 &#8211;&nbsp;6&nbsp;B&nbsp;934\/05&nbsp;&#8211; und vom 18. August 2010 &#8211; <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=6%20B%20868\/10\" title=\"OVG Nordrhein-Westfalen, 18.08.2010 - 6 B 868\/10: Dokumentation der Auswahlerw&auml;gungen im Konkur...\">6 B 868\/10<\/a> -, I\u00d6D 2010, 237.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_13\"><\/a><em>Die Dokumentation der Auswahlerw\u00e4gungen des Antragsgegners ist gemessen daran (gerade) noch zureichend. <strong>Zwar fehlt es an einem eigenst\u00e4ndigen, die Auswahlerw\u00e4gungen zusammenfassenden Auswahlvermerk. Die tragenden Erw\u00e4gungen ergeben sich aber aus dem \u00fcbrigen Akteninhalt.<\/strong> Auf der als Blatt 1 des Besetzungsvorgangs gef\u00fchrten &#8222;Bewerber\u00fcbersicht&#8220; sind zun\u00e4chst maschinenschriftlich die pers\u00f6nlichen Daten der beiden Bewerber und das jeweilige Ergebnis der (letzten) dienstlichen Beurteilung (&#8222;edA&#8220;) festgehalten. Es folgen Angaben zum Bef\u00f6rderungsdienstalter, wobei sich bei der Beigeladenen das Datum &#8222;01.01.2002&#8220; findet und das Bef\u00f6rderungsdienstalter des Antragstellers handschriftlich von &#8222;01.09.1997&#8220; auf &#8222;06.10.2997&#8220; abge\u00e4ndert worden ist. In der nachfolgenden Rubrik &#8222;Besetzungsvorschlag&#8220; ist unter dem 12. Juli 2010 festgehalten: &#8222;Frau B bei Notengleichheit aufgrund des Hilfskriteriums &#8222;Gleichstellung\u2018. Der Fall wurde mit der Schulleiterin besprochen.&#8220; In einem weiteren handschriftlichen Zusatz hei\u00dft es: &#8222;Ein Leistungsvorsprung ist vorliegend nicht zu erkennen, daher Bef\u00f6rderungsentscheidung nach Hilfskriterien.&#8220; In der an den Antragsteller gerichteten &#8222;Konkurrentenmitteilung&#8220; vom 28. September 2010 hei\u00dft es in diesem Zusammenhang: &#8222;Die Auswahlentscheidung ist unter<br \/>Anwendung von Hilfskriterien (hier: Frauenf\u00f6rderung) bei ansonsten gleicher Qualifikation erfolgt.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_14\"><\/a><em><strong>Bei einer Gesamtbetrachtung dieser Informationen wird immerhin noch hinreichend deutlich, dass die beiden Bewerber als im Wesentlichen gleich qualifiziert angesehen werden, weil die aktuellen dienstlichen Beurteilungen das selbe Gesamturteil ausweisen und auch ansonsten \u2013 nach R\u00fccksprache mit der Beurteilerin &#8211; ein Leistungsvorsprung eines der Bewerber nicht feststellbar sei, und dass die Beigeladene dem Antragsteller deshalb vorgezogen worden ist, weil zu ihren Gunsten das (gesetzliche) Hilfskriterium der &#8222;Frauenf\u00f6rderung&#8220; eingreife. Damit sind die wesentlichen Auswahlerw\u00e4gungen schriftlich fixiert. Der vom Antragsteller geforderten ausdr\u00fccklichen Darlegung der Gr\u00fcnde, warum die sog. \u00d6ffnungsklausel des \u00a7 20 Abs. 6 Satz 2 LBG NRW zu seinen Gunsten nicht eingreift, bedurfte es nicht.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_15\"><\/a><em>Ebenso Beschluss der Kammer vom 12. April 2010 &#8211; <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=2%20L%20164\/10\" title=\"VG D&uuml;sseldorf, 12.04.2010 - 2 L 164\/10: Vereinbarkeit einer Vorschrift mit h&ouml;herrangigem Recht ...\">2 L 164\/10<\/a> -; vgl. hierzu auch OVG NRW, Beschluss vom 26. August 2010 &#8211; <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=6%20B%20540\/10\" title=\"OVG Nordrhein-Westfalen, 26.08.2010 - 6 B 540\/10: Anwendung der Gleichstellungsregelung des &sect; 2...\">6 B 540\/10<\/a> -, juris.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_16\"><\/a><em><strong>Bei einer Einsichtnahme in den Besetzungsvorgang h\u00e4tte der Antragsteller in Erfahrung bringen k\u00f6nnen, dass der Antragsgegner den Gesichtspunkt der &#8222;Frauenf\u00f6rderung&#8220; auch unter Ber\u00fccksichtigung eines Vorsprungs des Antragstellers beim &#8222;Bef\u00f6rderungsdienstalter&#8220; von rund 4 \u00bd Jahren hat durchgreifen lassen.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_17\"><\/a><em>Die Gleichstellungsbeauftragte ist beteiligt worden. Sie hat am 14. Juli 2007 vermerkt, dass sie von diesem Vorschlag Kenntnis genommen habe. Der Personalrat f\u00fcr Lehrerinnen und Lehrer an Gymnasien hat der Ma\u00dfnahme am 23. September 2010 zugestimmt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_18\"><\/a><em>Es bestehen auch keine durchgreifenden Bedenken gegen die materielle Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der Bef\u00f6rderungsentscheidung.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_19\"><\/a><em><strong>Ein Beamter hat keinen Anspruch auf \u00dcbertragung eines Bef\u00f6rderungsamtes. Er hat allerdings ein Recht darauf, dass der Dienstherr oder der f\u00fcr diesen handelnde Dienstvorgesetzte eine rechts-, insbesondere ermessensfehlerfreie Entscheidung \u00fcber die Vergabe des Bef\u00f6rderungsamtes trifft. Materiell-rechtlich hat der Dienstherr bei seiner Entscheidung dar\u00fcber, wem von mehreren Bewerbern er die Stelle \u00fcbertragen will, das Prinzip der Bestenauslese zu beachten und Eignung, Bef\u00e4higung und fachliche Leistung der Konkurrenten zu bewerten und zu vergleichen (vgl. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/33.html\" title=\"Art. 33 GG\">Art.&nbsp;33 Abs.&nbsp;2 GG<\/a> sowie <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BeamtStG\/9.html\" title=\"&sect; 9 BeamtStG: Kriterien der Ernennung\">\u00a7 9 BeamtStG<\/a> i.V.m. \u00a7 20 Abs. 6<br \/>Satz 1 LBG NRW). Ist ein Bewerber besser qualifiziert, so ist er zu bef\u00f6rdern. Im \u00dcbrigen ist die Entscheidung in das pflichtgem\u00e4\u00dfe Ermessen des Dienstherrn gestellt.<\/strong> Der Anspruch auf Beachtung dieser Grunds\u00e4tze ist nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/VwGO\/123.html\" title=\"&sect; 123 VwGO [Einstweilige Anordnung]\">\u00a7&nbsp;123 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 VwGO<\/a> sicherungsf\u00e4hig. Soll hiernach die vorl\u00e4ufige Nichtbesetzung einer Bef\u00f6rderungsstelle erreicht werden, so m\u00fcssen Umst\u00e4nde glaubhaft gemacht werden, aus denen sich ergibt, dass die Vergabe der Stelle an den Mitbewerber sich als zu Lasten des Antragstellers rechtsfehlerhaft erweist und dass im Falle der fehlerfreien Durchf\u00fchrung des Auswahlverfahrens die Bef\u00f6rderung des Antragstellers jedenfalls nicht ausgeschlossen erscheint.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_20\"><\/a><em>Vgl. BVerfG, Beschluss vom 24.&nbsp;September&nbsp;2002 &#8211;&nbsp;<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=2%20BvR%20857\/02\" title=\"BVerfG, 24.09.2002 - 2 BvR 857\/02: Anforderungen an die Glaubhaftmachung bei einstweiligen Rech...\">2&nbsp;BvR&nbsp;857\/02<\/a>&nbsp;, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=NVwZ%202003,%20200\" title=\"BVerfG, 24.09.2002 - 2 BvR 857\/02: Anforderungen an die Glaubhaftmachung bei einstweiligen Rech...\">NVwZ&nbsp;2003, 200<\/a>; OVG&nbsp;NRW, Beschl\u00fcsse vom 11.&nbsp;Mai&nbsp;2005 &nbsp;<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=1%20B%20301\/05\" title=\"OVG Nordrhein-Westfalen, 11.05.2005 - 1 B 301\/05: Eignung zur Wahrnehmung eines Bef&ouml;rderungsdie...\">1&nbsp;B&nbsp;301\/05<\/a>&nbsp;, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=RiA%202005,%20253\" title=\"OVG Nordrhein-Westfalen, 11.05.2005 - 1 B 301\/05: Eignung zur Wahrnehmung eines Bef&ouml;rderungsdie...\">RiA&nbsp;2005, 253<\/a>, und vom 1. Juni 2005 &nbsp;<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=6%20B%20225\/05\" title=\"OVG Nordrhein-Westfalen, 01.06.2005 - 6 B 225\/05: Rechtm&auml;&szlig;igkeit beamtenrechtlicher Regelbeurte...\">6&nbsp;B&nbsp;225\/05<\/a>&nbsp;, juris.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_21\"><\/a><em>Diese Voraussetzungen sind vorliegend aber nicht als erf\u00fcllt anzusehen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_22\"><\/a><em><strong>\u00dcber die Auswahlkriterien des \u00a7&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 LBG NRW verl\u00e4sslich Auskunft zu geben, ist in erster Linie Sache aktueller dienstlicher Beurteilungen.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_23\"><\/a><em>Vgl. BVerwG, Urteile vom 27.&nbsp;Februar&nbsp;2003 &nbsp;<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=2%20C%2016\/02\" title=\"BVerwG, 27.02.2003 - 2 C 16.02: Aufstieg; Bef&ouml;rderung; Beurteilung; Binnendifferenzierung; Dien...\">2&nbsp;C&nbsp;16\/02<\/a>&nbsp;, D\u00d6D&nbsp;2003, 202, und vom 19.&nbsp;Dezember&nbsp;2002 &nbsp;<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=2%20C%2031\/01\" title=\"2 C 31\/01 (2 zugeordnete Entscheidungen)\">2&nbsp;C&nbsp;31\/01<\/a>&nbsp;, D\u00d6D&nbsp;2003, 200.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_24\"><\/a><em>Der Antragsgegner hat den zu Grunde gelegten dienstlichen Beurteilungen des Antragstellers vom 27. Oktober 2009 und der Beigeladenen vom 30. Juni 2010 rechtsfehlerfrei keinen Qualifikationsvorsprung eines der Beteiligten des vorliegenden Verfahrens entnommen. Beide Konkurrenten haben mit dem selben Gesamturteil (&#8222;Die Leistungen &#8230; entsprechen den Anforderungen&#8220;) abgeschlossen. Die dienstliche Beurteilung des Antragstellers erweist sich zudem ungeachtet dessen als tragf\u00e4hige Auswahlgrundlage, dass sie aus Anlass einer fr\u00fcheren Bewerbung um eine gleichartige Bef\u00f6rderungsstelle erstellt worden war. Es fehlt ihr weder &#8211; was den<br \/>Beurteilungszeitraum anbelangt &#8211; an der erforderlichen hinreichenden Aktualit\u00e4t, noch mangelt es ihr an Aussagekraft im Hinblick auf die nunmehr zu besetzende Bef\u00f6rderungsstelle. Da es sich bei dem ersten Bef\u00f6rderungsamt (Besoldungsgruppe A 14 BBesO) nicht um eine Funktionsstelle handelt, kommt dem Umstand, dass mit der Vergabe der Stelle auch die \u00dcbertragung einer bestimmten Sonderaufgabe (hier: Mitarbeit bei der Weiterentwicklung des Sprachenschwerpunktes, insbesondere bei der Vorbereitung und Durchf\u00fchrung der DELF-Pr\u00fcfungen) verbunden ist, im Rahmen der Erstellung der dienstlichen Beurteilung keine ma\u00dfgebende Bedeutung zu (vgl. hierzu die Nrn. 4.3 ff. der Beurteilungsrichtlinien, BASS 21 &#8211; 02 Nr. 2).<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_25\"><\/a><em>Die Einsch\u00e4tzung des Antragsgegners, ein Qualifikationsvorsprung eines der beiden Bewerber sei auch nicht \u00fcber eine inhaltliche Aussch\u00f6pfung (Auswertung) der \u00fcbrigen textlichen Bestandteile der Beurteilung zu ermitteln, ist von Rechts wegen nicht zu beanstanden. Dem Dienstherrn ist bei der inhaltlichen Auswertung dienstlicher Beurteilungen, die zu einem gleichlautenden Ergebnis gelangt sind, ein Beurteilungsspielraum zuzubilligen. Das Resultat der Auswertung ist deshalb nur eingeschr\u00e4nkt gerichtlich \u00fcberpr\u00fcfbar und zwar im Wesentlichen darauf, ob der Dienstherr die Grenzen der Beurteilungserm\u00e4chtigung eingehalten hat, von einer zutreffenden Tatsachengrundlage ausgegangen ist und auch sonst willk\u00fcrfrei gehandelt hat.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_26\"><\/a><em>Vgl. OVG NRW, Beschluss vom 30. Januar 2009 &#8211; <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=6%20B%20105\/09\" title=\"6 B 105\/09 (2 zugeordnete Entscheidungen)\">6 B 105\/09<\/a> -, juris.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_27\"><\/a><em>Die vorliegenden Anlassbeurteilungen sind ohne Vorgabe<br \/>standardisierter Bewertungsbegrifflichkeiten frei formuliert. Dass sich<br \/>bei einem Vergleich der inhaltlichen Ausf\u00fchrungen der Beurteilungen<br \/>deutliche Unterschiede erg\u00e4ben, bei denen sich ein Leistungsvorsprung &#8211;<br \/>insbesondere ein solcher zu Gunsten des Antragstellers &#8211; aufdr\u00e4ngte, ist<br \/>weder von diesem geltend gemacht worden noch sonst ersichtlich.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_28\"><\/a><em>Der Antragsgegner war auch nicht gehalten, den Antragsteller der<br \/>Beigeladenen im Hinblick auf fr\u00fchere dienstliche Beurteilungen<br \/>vorzuziehen. Allerdings kann f\u00fcr Auswahlentscheidungen im Grundsatz auf<br \/>\u00e4ltere Beurteilungen als zus\u00e4tzliche Erkenntnismittel zur\u00fcckgegriffen<br \/>werden. Es handelt sich hierbei um Erkenntnisse, die \u00fcber Eignung,<br \/>Bef\u00e4higung und fachliche Leistung des Beurteilten Aufschluss geben<br \/>k\u00f6nnen und die deshalb gegen\u00fcber Hilfskriterien vorrangig heranzuziehen<br \/>sind.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_29\"><\/a><em>Vgl. BVerwG, Urteile vom 19.&nbsp;Dezember&nbsp;2002 &nbsp;<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=2%20C%2031.01\" title=\"2 C 31.01 (2 zugeordnete Entscheidungen)\">2&nbsp;C&nbsp;31.01<\/a>&nbsp;,<br \/><a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=ZBR%202003,%20359\" title=\"BVerwG, 19.12.2002 - 2 C 31.01: Dienstliche Beurteilung; Eignung; Bef&auml;higung; Zweitbeurteiler; ...\">ZBR&nbsp;2003, 359<\/a>, vom 27.&nbsp;Februar&nbsp;2003 &nbsp;<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=2%20C%2016.02\" title=\"BVerwG, 27.02.2003 - 2 C 16.02: Aufstieg; Bef&ouml;rderung; Beurteilung; Binnendifferenzierung; Dien...\">2&nbsp;C&nbsp;16.02<\/a>&nbsp;, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=ZBR%202003,%20420\" title=\"BVerwG, 27.02.2003 - 2 C 16.02: Aufstieg; Bef&ouml;rderung; Beurteilung; Binnendifferenzierung; Dien...\">ZBR&nbsp;2003, 420<\/a>, und vom<br \/>21.&nbsp;August&nbsp;2003 &nbsp;<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=2%20C%2014.02\" title=\"BVerwG, 21.08.2003 - 2 C 14.02: Bestenauslese; Bewerbungsverfahrensanspruch; materielle Beweisl...\">2&nbsp;C&nbsp;14.02<\/a>&nbsp;, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=ZBR%202004,%20101\" title=\"BVerwG, 21.08.2003 - 2 C 14.02: Bestenauslese; Bewerbungsverfahrensanspruch; materielle Beweisl...\">ZBR&nbsp;2004, 101<\/a>; OVG&nbsp;NRW, Beschluss vom<br \/>22.&nbsp;Dezember&nbsp;2003 &nbsp;<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=6%20B%202321\/03\" title=\"OVG Nordrhein-Westfalen, 22.12.2003 - 6 B 2321\/03: Beamtenrechtliche Konkurrentenklage; Anspruc...\">6&nbsp;B&nbsp;2321\/03<\/a>&nbsp;, juris.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_30\"><\/a><em><strong>In aller Regel muss der Dienstherr vorangegangene dienstliche<br \/>Beurteilungen bei der Auswahl mit Blick auf <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/33.html\" title=\"Art. 33 GG\">Art. 33 Abs. 2 GG<\/a> in den<br \/>Blick nehmen, wenn eine Stichentscheidung zwischen aktuell im<br \/>Wesentlichen gleich beurteilten Beamten zu treffen ist.<\/strong> Dabei kommt es<br \/>aber darauf an, ob die den Konkurrenten fr\u00fcher erteilten Beurteilungen<br \/>miteinander vergleichbar sind und inwieweit sie Aufschluss geben, wer<br \/>f\u00fcr die zu besetzende Stelle besser qualifiziert ist. Auf die Frage, ob<br \/>und inwieweit aus fr\u00fcheren dienstlichen Beurteilungen aktuell gleich<br \/>beurteilter Konkurrenten zus\u00e4tzliche Erkenntnisse f\u00fcr den<br \/>Qualifikationsvergleich gewonnen werden k\u00f6nnen, kann es in aller Regel<br \/>keine allein richtige Antwort geben. Dem Dienstherrn steht diesbez\u00fcglich<br \/>ein Einsch\u00e4tzungsspielraum zu.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_31\"><\/a><em>Vgl. OVG NRW, Beschl\u00fcsse vom 29. Juli 2004 &#8211; <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=6%20B%201212\/04\" title=\"6 B 1212\/04 (2 zugeordnete Entscheidungen)\">6 B 1212\/04<\/a> &#8211; und vom 20. August 2007 &#8211; <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=6%20B%20680\/07\" title=\"OVG Nordrhein-Westfalen, 20.08.2007 - 6 B 680\/07: Fehlerhafte Anwendung des Hilfskriteriums der...\">6 B 680\/07<\/a> -, jeweils juris.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_32\"><\/a><em>Eine \u00dcberschreitung der Grenzen dieses Spielraums ist vorliegend<br \/>nicht dargetan. Der Antragsteller verweist zwar zutreffend darauf, dass<br \/>die Bezirksregierung D\u00fcsseldorf der Beigeladenen in der dienstlichen<br \/>Beurteilung vom 13. Januar 1997 zum Ablauf ihrer sechsmonatigen<br \/>Probezeit die Bew\u00e4hrung abgesprochen und eine (sp\u00e4ter durch die<br \/>Arbeitsgerichte f\u00fcr rechtsunwirksam erkl\u00e4rte) K\u00fcndigung ausgesprochen<br \/>hatte. Der Antragsgegner bewegt sich mit seiner Einsch\u00e4tzung, diese<br \/>fr\u00fchere dienstliche Beurteilung liege zu lange zur\u00fcck, um angesichts der<br \/>nachfolgenden positiven Leistungsentwicklung der Beigeladenen eine<br \/>hinreichende Aussagekraft f\u00fcr den aktuellen Qualifikationsvergleich zu<br \/>haben, im Rahmen des ihm zuzubilligenden Einsch\u00e4tzungsspielraums. Es<br \/>bedarf keiner besonderen Begr\u00fcndung, dass \u00e4ltere Beurteilungen im Laufe<br \/>der Zeit, etwa aufgrund deutlicher Ver\u00e4nderungen des Leistungsbildes des<br \/>Beamten, ihre Aufgabe, R\u00fcckschl\u00fcsse und Prognosen \u00fcber die k\u00fcnftige<br \/>Bew\u00e4hrung zu erm\u00f6glichen, einb\u00fc\u00dfen k\u00f6nnen. Demgem\u00e4\u00df wird f\u00fcr<br \/>Verwaltungsbereiche, in denen Beamte regelm\u00e4\u00dfig beurteilt werden, unter<br \/>dem Gesichtspunkt der Leistungsentwicklung im Allgemeinen lediglich ein<br \/>Zeitraum in den Blick genommen, auf den sich die vorletzte und die<br \/>vorvorletzte Regelbeurteilung erstrecken.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_33\"><\/a><em>BVerwG, Beschluss vom 25. M\u00e4rz 2010 &#8211; <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=1%20WB%2027.09\" title=\"1 WB 27.09 (2 zugeordnete Entscheidungen)\">1 WB 27.09<\/a> -, Dokumentarische Berichte B 2010, 256 (258).<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_34\"><\/a><em>Bei einem Beurteilungszeitraum der Regelbeurteilung von drei<br \/>Jahren entspricht das einem R\u00fcckblick auf die letzten neun Jahre. Die<br \/>negative Bewertung der Beigeladenen liegt aber bereits mehr als 13 Jahre<br \/>zur\u00fcck und auch nach Darstellung des Antragsgegners ist die Beigeladene<br \/>in den nachfolgenden Jahren ihren dienstlichen Pflichten regelm\u00e4\u00dfig und<br \/>zur Zufriedenheit der Schulleitung nachgekommen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_35\"><\/a><em>Ist demnach von einer im Wesentlichen gleichen Qualifikation des<br \/>Antragstellers und der Beigeladenen auszugehen, ist die<br \/>Auswahlentscheidung zu Gunsten der Beigeladenen unter Ber\u00fccksichtigung<br \/>des Gesichtspunkts der Frauenf\u00f6rderung nicht zu beanstanden. Stehen<br \/>gleich qualifizierte m\u00e4nnliche und weibliche Bewerber in Konkurrenz<br \/>zueinander, so ist nach \u00a7&nbsp;20 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;2 LBG NRW f\u00fcr die<br \/>Auswahlentscheidung das gesetzliche (Hilfs-)Kriterium der<br \/>Frauenf\u00f6rderung zu beachten. \u00a7&nbsp;20 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;1 LBG NRW hat<br \/>folgenden Wortlaut:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_36\"><\/a><em>&#8222;Soweit im Bereich der f\u00fcr die Bef\u00f6rderung zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rde<br \/>im jeweiligen Bef\u00f6rderungsamt der Laufbahn weniger Frauen als M\u00e4nner<br \/>sind, sind Frauen bei gleicher Eignung, Bef\u00e4higung und fachlicher<br \/>Leistung bevorzugt zu bef\u00f6rdern, sofern nicht in der Person eines<br \/>Mitbewerbers liegende Gr\u00fcnde \u00fcberwiegen\u201d.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_37\"><\/a><em>Diese Bestimmung steht mit h\u00f6herrangigem Recht in Einklang. Das<br \/>gilt zun\u00e4chst hinsichtlich der Befugnis des Landesgesetzgebers, die<br \/>bundesrechtliche Regelung in <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BeamtStG\/9.html\" title=\"&sect; 9 BeamtStG: Kriterien der Ernennung\">\u00a7 9 BeamtStG<\/a>, welche die bei Ernennungen<br \/>zwingend zu beachtenden Grunds\u00e4tze festlegt, um eine<br \/>Gleichstellungsregelung zu erg\u00e4nzen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_38\"><\/a><em>Vgl. OVG NRW, Beschluss vom 26. August 2010 &#8211; <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=6%20B%20540\/10\" title=\"OVG Nordrhein-Westfalen, 26.08.2010 - 6 B 540\/10: Anwendung der Gleichstellungsregelung des &sect; 2...\">6 B 540\/10<\/a> -, I\u00d6D<br \/>2010, 245; VG D\u00fcsseldorf, Beschluss vom 12. April 2010 &#8211; <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=2%20L%20164\/10\" title=\"VG D&uuml;sseldorf, 12.04.2010 - 2 L 164\/10: Vereinbarkeit einer Vorschrift mit h&ouml;herrangigem Recht ...\">2 L 164\/10<\/a> -,<br \/>juris.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_39\"><\/a><em>\u00a7 20 Abs. 6 Satz 2 LBG NRW ist zudem auszulegen im Lichte der<br \/>Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ\u00e4ischen Gemeinschaft (EuGH),<br \/>wonach Artikel&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 und&nbsp;4 der Richtlinie&nbsp;76\/207\/EWG des Rates der<br \/>Europ\u00e4ischen Gemeinschaften vom 9.&nbsp;Februar&nbsp;1976 einer nationalen<br \/>Regelung nicht entgegensteht, nach der bei gleicher Qualifikation von<br \/>Bewerbern unterschiedlichen Geschlechts in Bezug auf Eignung, Bef\u00e4higung<br \/>und fachliche Leistung weibliche Bewerber in beh\u00f6rdlichen<br \/>Gesch\u00e4ftsbereichen, in denen im jeweiligen Bef\u00f6rderungsamt einer<br \/>Laufbahn weniger Frauen als M\u00e4nner besch\u00e4ftigt sind, bevorzugt zu<br \/>bef\u00f6rdern sind, sofern nicht in der Person eines m\u00e4nnlichen Mitbewerbers<br \/>liegende Gr\u00fcnde \u00fcberwiegen, vorausgesetzt,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_40\"><\/a><em>diese Regelung garantiert den m\u00e4nnlichen Bewerbern, die die<br \/>gleiche Qualifikation wie die weiblichen Bewerber besitzen, in jedem<br \/>Einzelfall, dass die Bewerbungen Gegenstand einer objektiven Beurteilung<br \/>sind, bei der alle die Person der Bewerber betreffenden Kriterien<br \/>ber\u00fccksichtigt werden und der den weiblichen Bewerbern einger\u00e4umte<br \/>Vorrang entf\u00e4llt, wenn eines oder mehrere dieser Kriterien zu Gunsten<br \/>des m\u00e4nnlichen Bewerbers \u00fcberwiegen, und solche Kriterien haben<br \/>gegen\u00fcber den weiblichen Bewerbern keine diskriminierende Wirkung.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_41\"><\/a><em>Vgl. EuGH, Urteil vom 11.&nbsp;November&nbsp;1997 &#8211;&nbsp;C405\/95&nbsp;-, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=ZBR%201998,%20132\" title=\"EuGH, 11.11.1997 - C-409\/95: Marschall\">ZBR&nbsp;1998, 132<\/a>.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_42\"><\/a><em>Diese Rechtsprechung hatten Oberverwaltungsgerichte und<br \/>Verwaltungsgerichtsh\u00f6fe zum Anlass genommen, von der Vereinbarkeit<br \/>solcher Bestimmungen mit h\u00f6herrangigem Recht auszugehen, die &#8211; wie die<br \/>dem \u00a7 20 Abs. 6 Satz 2 LBG NRW entsprechende Vorschrift des \u00a7 25 Abs. 6<br \/>Satz 2 LBG a.F. &#8211; darauf ausgerichtet waren, die in der Vergangenheit<br \/>durch die Rolle der Frauen in Ehe und Familie im beruflichen Bereich<br \/>eingetretenen geschlechtsspezifischen Nachteile auszugleichen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_43\"><\/a><em>Vgl. OVG NRW, Beschl\u00fcsse vom 29. Mai 1998 &#8211; <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=12%20B%20247\/98\" title=\"OVG Nordrhein-Westfalen, 29.05.1998 - 12 B 247\/98: Gemeinschaftsrechtskonforme Auslegung des Fr...\">12 B 247\/98<\/a> -,<br \/><a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=RiA%201999,%20144\" title=\"OVG Nordrhein-Westfalen, 29.05.1998 - 12 B 247\/98: Gemeinschaftsrechtskonforme Auslegung des Fr...\">RiA&nbsp;1999, 144<\/a>, vom 22. Februar 1999 &#8211; <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=6%20B%20439\/98\" title=\"OVG Nordrhein-Westfalen, 22.02.1999 - 6 B 439\/98\">6 B 439\/98<\/a> -, RiA 2000, 99.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_44\"><\/a><em>Der EuGH hat sich bei seiner Entscheidung vom 11. November 1997<br \/>(a.a.O.) davon leiten lassen, dass Artikel 2&nbsp;Abs.&nbsp;4 lediglich eine<br \/>Ausnahme von dem mit der Richtlinie verfolgten Ziel enth\u00e4lt, in den<br \/>Mitgliedsstaaten den Grundsatz der Gleichbehandlung von M\u00e4nnern und<br \/>Frauen u.a. hinsichtlich des Zugangs zur Besch\u00e4ftigung, einschlie\u00dflich<br \/>des Aufstiegs, zu verwirklichen, und nur den bestimmten und begrenzten<br \/>Zweck hat, Ma\u00dfnahmen zu unterlassen, die zwar dem Anschein nach<br \/>diskriminierend sind, tats\u00e4chlich aber in der Wirklichkeit bestehende<br \/>faktische Ungleichheiten zu Lasten weiblicher Bewerber beseitigen und<br \/>verringern sollen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_45\"><\/a><em>Dies fordert und gebietet eine Einzelfallpr\u00fcfung, wonach stets<br \/>die jeweils relevanten Hilfskriterien &nbsp;und nicht nur der Gesichtspunkt<br \/>der Frauenf\u00f6rderung&nbsp; ernst genommen und in die jeweiligen<br \/>Auswahlerw\u00e4gungen ihrem Gewicht entsprechend einbezogen werden. Dabei<br \/>muss eine rechnerische Unterbesetzung hinsichtlich der Frauenquote im<br \/>Bef\u00f6rderungsamt der Laufbahn vorliegen. Hierzu bedarf es weder einer<br \/>&#8222;signifikanten Unterrepr\u00e4sentation\u201d,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_46\"><\/a><em>vgl. OVG&nbsp;NRW, Beschluss vom 16.&nbsp;Juni&nbsp;1999 &#8211;&nbsp;6&nbsp;B&nbsp;941\/99&nbsp;,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_47\"><\/a><em>noch kommt es nach dem insoweit eindeutigen Wortlaut des \u00a7&nbsp;20<br \/>Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;1 LBG NRW darauf an, ob sich in der jeweiligen<br \/>Laufbahn generell weniger Frauen als M\u00e4nner befinden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_48\"><\/a><em>Hiernach ist vorliegend der Gesichtspunkt der Frauenf\u00f6rderung zu<br \/>beachten, weil weibliche Lehrkr\u00e4fte im Bef\u00f6rderungsamt A&nbsp;14 BBesO im<br \/>Gymnasialbereich der Bezirksregierung D\u00fcsseldorf mit 45,5 v.H. noch<br \/>unterrepr\u00e4sentiert sind.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_49\"><\/a><em>Zu Gunsten des Antragstellers greift im Verh\u00e4ltnis zu den<br \/>Beigeladenen auch nicht die in \u00a7&nbsp;20 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;1 LBG NRW<br \/>enthaltene &#8222;\u00d6ffnungsklausel\u201d ein. Hiernach kommt der Gesichtspunkt der<br \/>Frauenf\u00f6rderung nicht zum Tragen, wenn in der Person des m\u00e4nnlichen<br \/>Mitbewerbers liegende Gr\u00fcnde \u00fcberwiegen. Ob dies der Fall ist, ist<br \/>grunds\u00e4tzlich eine Rechtsfrage, die einer uneingeschr\u00e4nkten<br \/>gerichtlichen Kontrolle unterliegt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_50\"><\/a><em>Vgl. OVG&nbsp;NRW, Beschl\u00fcsse vom 25.&nbsp;November&nbsp;1999 &#8211;&nbsp;<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=6%20B%201957\/99\" title=\"OVG Nordrhein-Westfalen, 25.11.1999 - 6 B 1957\/99\">6&nbsp;B&nbsp;1957\/99<\/a>&nbsp;,<br \/>NWVBl.&nbsp;2000, 229, vom 22.&nbsp;Februar&nbsp;1999 &#8211;&nbsp;<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=6%20B%20439\/98\" title=\"OVG Nordrhein-Westfalen, 22.02.1999 - 6 B 439\/98\">6&nbsp;B&nbsp;439\/98<\/a>&nbsp;, a.a.O., und vom<br \/>24.&nbsp;Juli&nbsp;2006 &#8211;&nbsp;<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=6%20B%20807\/06\" title=\"6 B 807\/06 (3 zugeordnete Entscheidungen)\">6&nbsp;B&nbsp;807\/06<\/a>&nbsp;, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=NWVBl%202007,%2057\" title=\"NWVBl 2007, 57 (2 zugeordnete Entscheidungen)\">NWVBl&nbsp;2007, 57<\/a>.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dieser Ausgangspunkt wird allerdings relativiert durch die<br \/>Entscheidungsfreiheit des Dienstherrn bei der der konkreten<br \/>Personalentscheidung vorausgehenden Bestimmung der ma\u00dfgebenden<br \/>Hilfskriterien. Nicht anders als bei der Auswahl zwischen Bewerbern<br \/>gleichen Geschlechts darf (und muss) der Dienstherr auch im Falle einer<br \/>Konkurrenz gleich qualifizierter Bewerber unterschiedlichen Geschlechts<br \/>grunds\u00e4tzlich (nur) auf diejenigen Hilfskriterien zur\u00fcckgreifen, die er<br \/>auch sonst bei einem Qualifikationsgleichstand &nbsp;rechtlich bedenkenfrei<br \/>anzuwenden pflegt, sofern diese keine diskriminierende Wirkung gegen\u00fcber<br \/>dem weiblichen Mitbewerber haben.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_52\"><\/a><em>OVG&nbsp;NRW, Beschl\u00fcsse vom 22.&nbsp;Februar&nbsp;1999 &#8211;&nbsp;<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=6%20B%20439\/98\" title=\"OVG Nordrhein-Westfalen, 22.02.1999 - 6 B 439\/98\">6&nbsp;B&nbsp;439\/98<\/a>&nbsp;, a.a.O.,<br \/>vom 13.&nbsp;April&nbsp;2005 &#8211;&nbsp;<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=6%20B%202711\/04\" title=\"OVG Nordrhein-Westfalen, 13.04.2005 - 6 B 2711\/04: Untersagung der Besetzung einer Stelle des R...\">6&nbsp;B&nbsp;2711\/04<\/a>&nbsp;&#8211; und vom 27.&nbsp;November&nbsp;2007<br \/>&#8211;&nbsp;<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=6%20B%201493\/07\" title=\"OVG Nordrhein-Westfalen, 27.11.2007 - 6 B 1493\/07: Anforderungen an eine Anwendung des herangez...\">6&nbsp;B&nbsp;1493\/07<\/a>&nbsp;-, jeweils juris.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_53\"><\/a><em>Wenn der EuGH ausf\u00fchrt, dass stets s\u00e4mtliche jeweils relevanten<br \/>Hilfskriterien und nicht nur der Gesichtspunkt der Frauenf\u00f6rderung ernst<br \/>genommen und ihrem Gewicht entsprechend in die Auswahlentscheidung<br \/>einzubeziehen sind, bedeutet dies nicht, dass eine Gesamtbetrachtung<br \/>aller potentiellen Hilfskriterien erfolgen muss. In die Abw\u00e4gung<br \/>einzustellen sind vielmehr lediglich die &#8222;jeweils relevanten&#8220;<br \/>Gesichtspunkte, wobei es dem f\u00fcr die Auswahlentscheidung zust\u00e4ndigen<br \/>Dienstvorgesetzten obliegt, diese Gesichtspunkte zu bestimmen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_54\"><\/a><em>Die Bezirksregierung [&#8230;] legt bei Auswahlentscheidungen<br \/>zur Besetzung von A&nbsp;14-Stellen auf der Ebene der Hilfskriterien<br \/>vorrangig die Verweildauer im derzeitigen statusrechtlichen Amt (sog.<br \/>Bef\u00f6rderungsdienstalter) zu Grunde. Hiergegen sind rechtliche Bedenken<br \/>nicht zu erheben. <strong>Dem Dienstherrn steht es bei der Wahl der<br \/>Hilfskriterien frei, mehrere Hilfskriterien kumulativ in den Blick zu<br \/>nehmen, sich allgemein oder bei der Vergabe bestimmter \u00c4mter auf die<br \/>Heranziehung eines einzelnen Hilfskriteriums zu beschr\u00e4nken oder mehrere<br \/>Kriterien in abgestufter Rangfolge heranzuziehen.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_55\"><\/a><em>Vgl. etwa Beschl\u00fcsse der Kammer vom 5.&nbsp;April&nbsp;2005<br \/>&#8211;&nbsp;<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=2%20L%20134\/05\" title=\"VG D&uuml;sseldorf, 05.04.2005 - 2 L 134\/05: Bestehen des Anspruchs eines Beamten auf &Uuml;bertragung ei...\">2&nbsp;L&nbsp;134\/05<\/a>&nbsp;-, juris, vom&nbsp;2.&nbsp;M\u00e4rz&nbsp;2005 &#8211;&nbsp;2&nbsp;L&nbsp;175\/05&nbsp; und vom<br \/>14.&nbsp;August&nbsp;2003 &#8211;&nbsp;2&nbsp;L&nbsp;2385\/03&nbsp;-.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_56\"><\/a><em><strong>Bei (im Wesentlichen) gleicher Qualifikation der Bewerber ist<br \/>der Dienstherr zudem grunds\u00e4tzlich darin frei, welchen (sachlichen)<br \/>Hilfskriterien er im Rahmen seiner Ermessensaus\u00fcbung das gr\u00f6\u00dfere bzw.<br \/>ausschlaggebende Gewicht beimisst. Er ist insbesondere nicht an eine<br \/>starre, etwa durch die gr\u00f6\u00dfere Leistungsn\u00e4he bestimmte Rangfolge dieser<br \/>Kriterien gebunden. Durch das Auswahlkriterium darf lediglich der<br \/>zwingend zu beachtende Grundsatz der Bestenauslese nicht in Frage<br \/>gestellt werden. Zudem muss der Dienstherr bei der Verwendung der<br \/>Hilfskriterien auf eine &#8222;einheitliche Linie&#8220; achten, darf von diesen<br \/>also nicht &#8222;nach Belieben&#8220;, d.h. ohne erkennbares System, alternativ<br \/>Gebrauch machen.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_57\"><\/a><em>Vgl. OVG&nbsp;NRW, Beschl\u00fcsse vom 19.&nbsp;Oktober&nbsp;2001 &nbsp;<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=1%20B%20581\/01\" title=\"OVG Nordrhein-Westfalen, 19.10.2001 - 1 B 581\/01: Anforderungen an den Bewerbungsverfahrensansp...\">1&nbsp;B&nbsp;581\/01<\/a>&nbsp;,<br \/>I\u00d6D&nbsp;2002, 147, vom 14.&nbsp;Juni&nbsp;2000 &nbsp;<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=6%20B%20513\/00\" title=\"OVG Nordrhein-Westfalen, 14.06.2000 - 6 B 513\/00: Ausgestaltung der Durchsetzung des Rechts ein...\">6&nbsp;B&nbsp;513\/00<\/a>&nbsp;, D\u00d6D 2001, 127, und vom<br \/>4.&nbsp;Januar&nbsp;1999 &nbsp;<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=6%20B%202096\/98\" title=\"OVG Nordrhein-Westfalen, 04.01.1999 - 6 B 2096\/98: Bef&ouml;rderungsstelle; Verhinderung der Besetzu...\">6&nbsp;B&nbsp;2096\/98<\/a>&nbsp;, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=ZBR%201999,%20316\" title=\"ZBR 1999, 316 (2 zugeordnete Entscheidungen)\">ZBR&nbsp;1999, 316<\/a>.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_58\"><\/a><em>Allerdings ist der o.a. Entscheidung des EuGH auch zu entnehmen,<br \/>dass nicht nur &#8222;krasse\u201d, ins Auge fallende Sachverhalte die Anwendung<br \/>der \u00d6ffnungsklausel nach sich ziehen oder ein \u00fcberwiegendes Gewicht nur<br \/>dann anzunehmen ist, wenn die Zur\u00fcckstellung des Mannes sich nach den<br \/>Umst\u00e4nden des Einzelfalles als &#8222;unbillig\u201d oder &#8222;unertr\u00e4glich\u201d darstellt.<br \/>Ausreichend &#8211; aber auch erforderlich &#8211; ist vielmehr, dass zu Gunsten<br \/>des m\u00e4nnlichen Mitbewerbers immerhin deutliche Unterschiede gegeben sein<br \/>m\u00fcssen, sollen die in seiner Person liegenden Gr\u00fcnde im Sinne des \u00a7 20<br \/>Abs. 6 Satz 2 LBG NRW (\u00a7&nbsp;25 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;2 Halbsatz&nbsp;1 LBG a.F.)<br \/>\u00fcberwiegen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_59\"><\/a><em>Vgl. OVG&nbsp;NRW, Beschluss vom 22.&nbsp;Februar&nbsp;1999 &#8211;&nbsp;<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=6%20B%20439\/98\" title=\"OVG Nordrhein-Westfalen, 22.02.1999 - 6 B 439\/98\">6&nbsp;B&nbsp;439\/98<\/a>&nbsp;, a.a.O.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_60\"><\/a><em>Ausgehend von den dargestellten Ma\u00dfst\u00e4ben ist festzustellen,<br \/>dass in der Person des Antragstellers liegende Gr\u00fcnde nicht \u00fcberwiegen.<br \/>Die nach der ma\u00dfgebenden Entscheidung des Dienstvorgesetzten in erster<br \/>Linie in den Blick zu nehmenden Unterschiede in der Dauer der<br \/>Zugeh\u00f6rigkeit zum derzeitigen Statusamt (Besoldungsgruppe A 14 BBesO<br \/>bzw. Verg\u00fctungsgruppe 14 TV-L) sind zwischen dem Antragsteller und der<br \/>Beigeladenen nicht derart gewichtig, dass sie die Anwendung der<br \/>&#8222;\u00d6ffnungsklausel&#8220; geb\u00f6ten. Nach der Rechtsprechung des OVG&nbsp;NRW, der die<br \/>beschlie\u00dfende Kammer folgt, stellt erst ein Vorsprung beim Dienstalter<br \/>von f\u00fcnf oder mehr Jahren in der Regel einen Umstand dar, der geeignet<br \/>ist, ein \u00dcberwiegen der in der Person des m\u00e4nnlichen Bewerbers liegenden<br \/>Gr\u00fcnde zu rechtfertigen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_61\"><\/a><em>Vgl. OVG&nbsp;NRW, Beschl\u00fcsse vom 4.&nbsp;Februar&nbsp;2000 &#8211;&nbsp;<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=6%20B%20552\/99\" title=\"OVG Nordrhein-Westfalen, 04.02.2000 - 6 B 552\/99: Rechtliche Ausgestaltung der in Betracht komm...\">6&nbsp;B&nbsp;552\/99<\/a>&nbsp;,<br \/>D\u00d6D&nbsp;2000, 137, vom 29.&nbsp;M\u00e4rz&nbsp;2001 &#8211;&nbsp;6&nbsp;B&nbsp;1954\/00&nbsp;, vom 27.&nbsp;Mai&nbsp;2004<br \/>&#8211;&nbsp;<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=6%20B%20457\/04\" title=\"OVG Nordrhein-Westfalen, 27.05.2004 - 6 B 457\/04: Rechtsschutz eines Bewerbers gegen die Besetz...\">6&nbsp;B&nbsp;457\/04<\/a>&nbsp;-, juris, und vom 24.&nbsp;Juli&nbsp;2006 &#8211; <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=6%20B%20807\/06\" title=\"6 B 807\/06 (3 zugeordnete Entscheidungen)\">6 B 807\/06<\/a> -, a.a.O.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a name=\"rd_62\"><\/a><em>Ein derartiger Unterschied ist hier aber nicht gegeben. Nach den<br \/>Feststellungen des Antragsgegners betr\u00e4gt der Vorsprung des<br \/>Antragstellers bei dem ma\u00dfgeblichen Merkmal lediglich ca. 4 1\/2 Jahre.<br \/>Dieses Ergebnis unterliegt zudem rechtlichen Bedenken, weil es eine<br \/>unzutreffend hohe Differenz ausweisen d\u00fcrfte. Der Antragsgegner hat das<br \/>Dienstalter der Beteiligten allerdings im Ansatz rechtsfehlerfrei in<br \/>(entsprechender) Anwendung der Vorschrift des \u00a7 11 Abs. 1 Satz 1 LVO<br \/>bestimmt. Hiernach rechnet die Dienstzeit von dem Zeitpunkt der<br \/>Beendigung der Probezeit in der Laufbahngruppe bzw. bei erfolgtem<br \/>Aufstieg (grunds\u00e4tzlich) ab der Verleihung des ersten Amtes in der neuen<br \/>Laufbahngruppe. Der Antragsgegner hat zudem den Beginn des in Ansatz zu<br \/>bringenden Dienstalters des Antragstellers unter Zugrundelegung dieser<br \/>Bestimmung zutreffend ermittelt. Die Probezeit des am 2. September 1996<br \/>(in Rheinland-Pfalz) als Studienrat zur Anstellung eingestellten<br \/>Antragstellers endete nach Ablauf der aufgrund von Vordienstzeiten<br \/>verk\u00fcrzten laufbahnrechtlichen Probezeit mit dessen Anstellung als<br \/>Studienrat am 6. Oktober 1997. Rechtlich unbedenklich ist auch, dass der<br \/>Antragsgegner f\u00fcr die Beigeladene, deren T\u00e4tigkeit als Lehrkraft im<br \/>Angestelltenverh\u00e4ltnis keine &#8222;Dienstzeit&#8220; darstellt, in entsprechender<br \/>Anwendung des \u00a7 11 LVO eine &#8222;fiktive Dienstzeit&#8220; ermittelt hat. Er<br \/>d\u00fcrfte jedoch mit dem 1.&nbsp;Januar 2002 einen unzutreffenden, weil zu<br \/>sp\u00e4ten Zeitpunkt f\u00fcr den Beginn des ber\u00fccksichtigungsf\u00e4higen<br \/>Dienstalters der Beigeladenen bestimmt haben. Wie die Beigeladene zu<br \/>Recht vortr\u00e4gt, kann bei dieser Entscheidung nicht au\u00dfer Betracht<br \/>bleiben, dass ihre unbefristete Einstellung in den Schuldienst des<br \/>Landes NRW (lediglich) in die Verg\u00fctungsgruppe III BAT (&#8222;gehobener<br \/>Dienst&#8220;) zum Schuljahr 1996\/1997 nicht etwa Folge einer eingeschr\u00e4nkten<br \/>Laufbahnbef\u00e4higung, sondern dem Umstand geschuldet war, dass seinerzeit<br \/>Lehrer, die &#8211; wie sie &#8211; auch die Lehramtsbef\u00e4higung f\u00fcr das Lehramt f\u00fcr<br \/>die Sekundarstufe II besa\u00dfen, zun\u00e4chst lediglich im gehobenen Dienst<br \/>eingestellt wurden. Die beschlie\u00dfende Kammer hat u.a. mit Beschluss vom<br \/>12. Mai 2003 &#8211; <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=2%20L%201173\/03\" title=\"VG D&uuml;sseldorf, 12.05.2003 - 2 L 1173\/03: Anspruch auf &Uuml;bertragung eines Bef&ouml;rderungsamtes; Ber&uuml;...\">2 L 1173\/03<\/a> &#8211; (best\u00e4tigt durch OVG NRW, Beschluss vom 1.<br \/>Juli 2003 &#8211; <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=6%20B%201097\/03\" title=\"OVG Nordrhein-Westfalen, 25.06.2003 - 6 B 1097\/03: Wartezeiten f&uuml;r die Verleihung des ersten Be...\">6 B 1097\/03<\/a> -) entschieden, dass die vom Antragsgegner<br \/>angewandte Berechnungsweise die Bestimmung des \u00a7 53 Abs. 3 Halbsatz 1<br \/>LVO in der damals geltenden Fassung nicht hinreichend beachte, wonach<br \/>beim Wechsel der Laufbahn die Zeiten in der bisherigen Laufbahn als<br \/>Dienstzeiten im Sinne des \u00a7 11 LVO g\u00e4lten. Nach \u00a7 2 Abs. 2 Satz 2 des<br \/>Gesetzes zur \u00dcberleitung von Lehrkr\u00e4ften mit den Bef\u00e4higungen f\u00fcr die<br \/>Lehr\u00e4mter f\u00fcr die Sekundarstufen I und II an Gymnasien und Gesamtschulen<br \/>in die Besoldungsgruppe A 13 (h\u00f6herer Dienst) vom 19. Dezember 2001<br \/>(GV. NRW. S. 882) sei \u00a7 53 Abs. 3 LVO auf die mit Wirkung vom 1. Januar<br \/>2002 in die Laufbahn des h\u00f6heren Dienstes \u00fcbergeleiteten Lehrer<br \/>anzuwenden. Zieht man aber den Zeitraum seit der unbefristeten<br \/>Einstellung der Beigeladenen in den \u00f6ffentlichen Schuldienst im Jahr<br \/>1996 oder jedenfalls Teile davon in die Ermittlung des Dienstalters ein,<br \/>so entf\u00e4llt ein Vorsprung des Antragstellers bei diesem<br \/>&#8222;Hilfskriterium&#8220; insgesamt. F\u00fcr die Anwendung der &#8222;\u00d6ffnungsklausel&#8220; ist<br \/>dann \u00fcberhaupt kein Raum mehr.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Selbst aber wenn man mit dem Antragsgegner einen Unterschied im<br \/>Dienstalter von 4 \u00bd Jahren zu Grunde legte, \u00e4nderte sich am Ergebnis<br \/>nichts. Zwar n\u00e4hert sich eine solche Differenz dem Wert von f\u00fcnf Jahren<br \/>an, bei dem die Anwendung der &#8222;\u00d6ffnungsklausel&#8220; ernsthaft in Betracht zu<br \/>ziehen ist. Es ist ferner nicht zu verkennen, dass die &#8222;Frauenquote&#8220;<br \/>mit 45,5 % bereits relativ hoch ist. Gleichwohl ist es von Rechts wegen<br \/>nicht zu beanstanden, wenn der Dienstherr auch in einer solchen<br \/>Konstellation an den in der Rechtsprechung seit vielen Jahren<br \/>gebilligten Zeitr\u00e4umen festh\u00e4lt. Dies um so mehr, als der Vorsprung des<br \/>Antragstellers bei dem \u00fcblicherweise (nachrangig) mit herangezogenen<br \/>Hilfskriterium des Lebensalters mit rund 3 \u00bd Jahren noch deutlicher<br \/>hinter dem Zeitraum von f\u00fcnf Jahren zur\u00fcckbleibt.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zusammenfassung: 1. Aus Art. 33 Abs. 2 GG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 4 GG ergibt sich die Verpflichtung des Dienstherrn, die wesentlichen Auswahlerw\u00e4gungen vor Abschluss des Verwaltungsverfahrens schriftlich niederzulegen.2. 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